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Wenn die Kraniche ziehen...
Kraniche im Brutgebiet...

 

Ab in den Süden: Kraniche ziehen in Wintergebiete

Schon von weitem kann man in diesen Tagen das charakteristische Rufen der Kraniche hören.

In faszinierenden Flugformationen ziehen sie von ihren Brutgebieten in Norddeutschland, Skandinavien, das Baltikum, Polen, die Ukraine, Weißrussland in den Süden.

 

Steckbrief Grauer Kranich: 


Größe:
bis 1,30 Meter; 
Flügelspannweite: bis 2,20 Meter;
Gewicht: 4,5 bis 6 KG;
Erkennung: Im Flug ist er an seinem langen Hals zu erkennen. Die Beine überragen den Schwanz.
Alter: In Zoos können sie bis zu 40 Jahren alt werden, in freier Wildbahn selten mehr als 20 Jahre.
Auf der Speisekarte: Insekten, Eidechsen, Frösche und Mäuse bis zu Körnern und Beeren.

 

Bereits Ende September fliegen die ersten Kraniche. Bis auch die letzten Vögel den Weg in die Winterquartiere antreten, wird es je nach Wetterlage noch einige Wochen dauern; oft gehen die Züge bis Ende Dezember. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass Tiere noch im Januar in den Süden fliegen, während andere schon wieder auf dem Rückzug sind.

Schätzungen liegen zwischen 120 000 und 150 000 Kranichen die über Hessen/Rheinland-Pfalz hinwegfliegen werden.

Die meisten von ihnen kommen aus Skandinavien und dem Baltikum und sammeln sich zunächst an einem der bevorzugten „Rastplätze“ auf Rügen und in Linum an der Havel. Nach einer mehrwöchigen Rast geht die Reise weiter in Richtung Süden.

Ihre Route führt die Kraniche weiter nach Frankreich und - je nach Klima - bis nach Spanien und Nordafrika.

Dabei erreichen die Vögel Fluggeschwindigkeiten von 60 bis 70 Stundenkilometern, mitunter sogar mehr.

Die Tiere, die über uns hinwegfliegen, kommen über Hessen und Nordrhein-Westfalen zwischen der Aar und Ludwigshafen über den Rhein.  Der zentrale Durchzug erfolgt im Moselraum.

Allerdings nur im Herbst, im Frühjahr verläuft die Flugroute weiter nördlich.

Zuerst sind immer die  „Junggesellen“ unterwegs in den Süden. Danach folgen die Paare ohne Junge, später dann die mit Jungtieren.

Die Gruppenstärke ist sehr unterschiedlich. Am Anfang fliegen im Schnitt 40 Tiere gemeinsam, in der Hauptzugzeit sind es auch schon mal 300 bis 400 und sogar bis zu 1000 Tiere in einem Trupp keine Seltenheit.

In Deutschland sind in den vergangenen Jahren immer mehr Kraniche beobachtet worden. Das hat nach Ansicht von Vogelkundler zwei Gründe. Zum einen habe eine große Anzahl der Vögel ihre Route von Osten weiter in den Westen verlegt. Zum anderen gebe es durch verschiedene Schutzmaßnahmen immer mehr Kraniche.

Man erliegt jedes Jahr aufs Neue der Faszination der Kraniche. Es ist immer wieder ein Erlebnis und ein großes Glück, dass diese Großvögel bei uns gute Lebensbedingungen finden können.

 

Autor Bosselmann ist einer der wichtigsten Ansprechpartner im Naturschutzbund NABU in Sachen Kraniche (E-Mail: kranichmeldungen@nabu-rlp.de

Bild-Quelle: NABU

 

 

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